Besuchergruppe aus dem Kreis Warendorf auf Einladung Bernhard Daldrups in Berlin

Eine Reisegruppe mit mehr als 50 Personen aus dem Kreis Warendorf empfing der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup in Berlin. Bei einem Besuch im Paul-Löbe-Haus des Bundestages diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Daldrup über aktuelle Fragestellungen. Dabei kam natürlich auch der Fall des Kabarettisten Jan  Böhmermann und die Entscheidung der Kanzlerin zur Sprache, dem Begehren des türkischen Staatspräsidenten Erdogan nachzugeben, der Strafanzeige gegen Böhmermann wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes gestellt hatte.

Besonders nachdrücklich gestaltete sich der Besuch des NS-Dokumentationszentrums in Schöneweide, wo sich das einzige noch weitgehend erhaltene ehemalige Zwangsarbeiterlager befindet. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte es zu den mehr als 3000 über das Stadtgebiet verteilten Sammelunterkünften für Zwangsarbeiter. Darunter befanden sich auch 400 Italiener und in der Endphase des Zweiten Weltkriegs viele weibliche KZ-Häftlinge, die in einem nahegelegenen Batteriewerk arbeiten mussten.

Bei einem Besuch am Sitz des Bundesrates in der Leipziger Straße ließ sich die Reisegruppe über die Arbeit der Bundesländer am Sitz der Bundesregierung informieren. Die zweite Kammer regelt die Mitbestimmung der Länder, die bei zahlreichen vom Bundestag verabschiedeten Gesetzen mitwirken. Die Zahl der zustimmungspflichtigen Gesetze hat sich allerdings seit der 2006 in Kraft getretenen Föderalismusreform spürbar auf unter 40 Prozent reduziert.

Auch die deutsch-deutsche Geschichte wurde im Besichtigungsprogramm thematisiert. Bei einem Besuch der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde wurde die Erinnerung an die 1950er Jahre lebendig, als Tausende von Menschen aus der damaligen DDR flohen und vor dem Bau der Berliner Mauer Zuflucht in Westberlin suchten.

Für Bernhard Daldrup sind die vom Bundespresseamt organisierten Besuche, zu denen er einlädt, ein wichtiger Bestandteil der politischen Arbeit. „Auf diese Weise lernen die Menschen im Wahlkreis den Politikbetrieb in Berlin und ihren Abgeordneten besser kennen. Das ist gerade in Zeiten wie heute wichtig, wo sich viele enttäuscht von den Parteien abwenden, weil sie ihrer Meinung nach keine Antworten auf die drängenden Fragen haben. Aber Politik ist ein Langstreckenlauf, bei der einfache Lösungen zwar populär sein mögen, aber nur kurzfristig Abhilfe schaffen. Die Politik muss sich aber um nachhaltige Lösungen bemühen. Das versuche ich, bei diesen Besuchen zu vermitteln.“